Kann denn Sparen Sünde sein?

Niklas Potrafke (rechts) und Klaus Gründler (links) arbeiten am ifo Zentrum für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie in München. Der Text entstand in Zusammenarbeit mit den Doktoranden Luisa Dörr und Martin Mosler.

Bild:  PR

Politiker fürchten, Austerität hemme die wirtschaftliche Dynamik. Dabei legt eine neue Studie nahe: Konsolidierung ist kein Wachstumskiller.

Als vor gut zehn Jahren die Schuldenkrise eskalierte, verankerte der Gesetzgeber die Schuldenbremse im Grundgesetz. Die Schuldenquote, also die Staatsschulden in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), sinkt seither. 2010 lag sie noch bei mehr als 80 Prozent, in diesem Jahr könnte sie die 60-Prozent-Grenze des Maastrichter Vertrages unterschreiten. Zwar hat dieser Erfolg auch andere Gründe; Deutschland ist in den vergangenen Jahren in den Genuss eines kräftigen Wirtschaftswachstums gekommen. Doch dürfte die Schuldenbremse über ihre disziplinierende Wirkung auf die politischen Entscheidungsträger einen gewichtigen Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen geleistet haben. Das ist auch deshalb wichtig, weil die Staatsschulden im vergangenen Jahr noch immer bei 2,06 Billionen Euro lagen. Wenn die Babyboomer-Generation in wenigen Jahren in Rente geht, werden zusätzliche Belastungen auf die Staatsfinanzen zukommen.

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